Abzocke Aktuell: Auch im Februar wieder Fälle Schlüsseldienst Abzocke

Veröffentlicht am 07.03.2016

Auch im Februar gab es deutschlandweit und sogar in Österreich einige Vorfälle hinsichtlich Schlüsseldinest Abzocke mit Beteiligung deutscher Unternehmen.Im vergangenen Monat kam es abermals zu verschiedenen Fällen von Schlüsseldienst Abzocke. Angefangen in Geesthacht, der größten Stadt des Kreises Herzogtum Lauenburg, östlich von Hamburg, über das bayerische Freising bei München, bis hin in die österreichische Hauptstadt Wien zogen sich die Vorfälle.

Ein vermeintlich ortsansässiger Schlüsseldienst verlangte von einem 72-jährigen Geesthachter für eine Türöffnung zunächst 563 Euro. An einem Samstag sperrte sich der Rentner bei der Treppenhausreinigung aus und beauftragte mit Hilfe seiner Nachbarin einen Aufsperrdienst, der im Internet mit „ab 15 Euro für Schlösser“ warb – dass hiermit nicht der Preis für die Türöffnung gemeint ist, war ihm jedoch unklar. Letztlich standen auf der Rechnung 169 Euro als Einsatzpauschale, dazu 39,90 Euro für die Anfahrt sowie 96 Euro Aufschlag, da es angeblich nach 18.00 Uhr war und noch einmal 100 Prozent Aufschlag für die Arbeit am Wochenende. Allerdings handelte es sich hierbei sogar nur um die netto-Beträge, es kamen also noch 19 Prozent Mehrwertsteuer hinzu. Dem Abzocke Opfer kam die Rechnung deutlich zu hoch vor, zumal es auch nicht nach 18.00 Uhr war, sondern erst gegen 16.30 Uhr. Er konnte den Monteur noch auf 249 Euro herunterhandeln und wurde zum nächstgelegenen Bankautomaten begleitet, da er nicht genügend Bargeld in seiner Wohnung hatte.

Ähnlich erging es gleich mehreren Menschen rund um Freising. Dort treibt ein bereits polizeibekannter Schlüsseldienst sein Unwesen mit Rechnungen meist jenseits von 300 Euro. In den vergangenen Monaten gab es gleich 20 Ermittlungsverfahren gegen den Monteur, nur zweimal landeten die Fälle jedoch vor Gericht. Einmal gab es eine Strafe über 1.250 Euro: Ein Kind, dass sich versehentlich selbst eingesperrt hatte, befreite der Mann erst, nachdem die Großeltern vorab ebenfalls über 300 Euro bar bezahlten.

Doch auch noch weiter südlich zieht die Schlüsseldienst Abzocke ihre Kreise. Nicht zum ersten Mal gab es in Österreich Fälle, in denen Schlüsseldienste in Deutschland zwar ihren Sitz haben, Aufträge aber über ein oder gar zwei Sub-Unternehmen ins Ausland vermitteln. Da jeder in der Kette mitverdienen möchte, werden die Rechnungen so in die Höhe getrieben. An einem Tag gerieten gleich zwei Wienerinnen an die gleiche Firma und erhielten beide überhöhte Rechnungen von über 400 Euro.